Mein Name Theodore. Theodore B. Roosevelt.
Aber Sie können mich Teddy nennen… das machen hier sowieso alle.
Auch wenn Teddy einem so ausgesprochen eloquenten, intelligenten, edlen, charakterstarken und liebenswürdigen Wesen bei weitem nicht gerecht wird. Aber nun… niemand sagt Theodore zu mir. Genau genommen nicht mal, als ich meinen Namen bekommen habe. Aber nur Teddy wäre ja zu einfach.
Zu meinem Alter möchte ich Ihnen nur verraten, dass ich mich im besten Mannesalter befinde. Sozusagen in der Blüte meines Lebens, auch wenn ich gesundheitlich etwas angeschlagen bin… aber das sind bekanntlich die meisten Männer die erhabene Positionen einnehmen oder von edlem Geblüt sind.
Meine Mutter war nur ein einfaches aber liebevolles Mädchen. Mein Vater hingegen war ein Hallodri der alles besprungen hat, was rollig war. Meine Mutter würde ihn wohl einen Schuft nennen. Immerhin hat er sie geschwängert und danach haben sich die beiden wohl nie wiedergesehen. Zumindest ist mir hiervon nichts bekannt. Ich habe ihn niemals kennengelernt, aber da ich offenbar der Sohn meines Vaters bin und er mindestens eine so edle Erscheinung sein muss wie ich, kann ich nur aus ausgesprochen gutem Hause stammen.
Nun möchten Sie sicher wissen, was ich hier mache. Die Neugier hat mich hierher verschlagen. Seit Jahren staune ich über das Phänomen der Frau an meiner Seite. Wenn sie zuhause ist, ist das erste was sie tut – natürlich nachdem ich meine Mahlzeit bekommen habe!! – eine der beiden Kisten anzumachen, in die sie dann den ganzen Abend schaut und auf diesen Knöpfen herumdrückt. Am liebsten ist mir persönlich, wenn sie das an dem kleinen Kasten macht. Wenn sie den benutzt liegt sie wenigstens auf der Couch und ist anschmiegsamer. Vor der großen Kiste sitzt sie allenfalls und dann ist sie praktisch nicht ansprechbar.
Seit Jahren habe ich dieses merkwürdige Verhalten beobachtet und mich gefragt, was sie da macht. Und an diesem Wochenende habe ich es herausgefunden.
Dazu muss man sagen, dass die Frau an meiner Seite sehr sehr oft nicht daheim ist. Tagsüber geht sie arbeiten, abends kommt sie dann zurück, geht aber oft nach ein oder zwei Stunden noch mal weg. Oft kommt sie auch erst sehr spät. Dann war sie wohl direkt von der Arbeit noch anderswo und im Moment ist sie auch immer häufiger das ganze Wochenende fort. Allerdings sorgt sie dann immer ordnungsgemäß dafür, dass wir versorgt sind. Ja, Sie lesen richtig… ich bin ein Pascha. Und ich lebe mit der Frau an meiner Seite nicht alleine.
Ich habe – sozusagen – drei Halbgeschwister. Genauer gesagt ein Halbschwester und zwei Halbbrüder. Die Halbschwester lassen wir hier besser unter den Tisch fallen. Sie ist eine Zicke… wie Damen unserer Art nun mal sind.
Der eine Halbbruder wird Willi genannt. Er ist ein eher ruhiger Vertreter und sieht immer irgendwie bekifft aus. Ganz gesund ist er auch nicht mehr, aber er hat aufregende Zeiten erlebt und ist inzwischen ein alter Haudegen.
Der andere Halbbruder ist wird Gina genannt. An sich ist es schon ein Skandal, dass ein echter Kerl auf einen solchen Namen hört. Aber er ist eben der typische ängstliche und dickliche Typ. Dafür spielt er bei der Frau an unserer Seite seinen ganzen Charme aus. Auch wenn ich es eher so bezeichnen würde: Er hat einfach keinen Funken Stolz in seiner Brust!!
Nunja.
Da die Frau an meiner Seite immer in diese Kiste schaut und dabei offenbar Freude hat wollte ich das auch mal versuchen… ein paar Sachen habe ich mir ab ihr abgeschaut und jetzt, wo sie oft nicht daheim ist will ich das auch versuchen.
Aber bedenken Sie, ich kann Ihnen immer nur schreiben, wenn die Dame gerade unterwegs ist oder schläft.
PS: Sie fragen in was für Verhältnissen wir leben?? Sie finden die Familienkonstellation anrüchig?? Also bitte meine Damen und Herren!! Die Frau an unserer Seite ist unserer Dosenöffnerin. Und ich denke eine Dosenöffnerin, eine Katze und drei Kater gehen schon in Ordnung